Beteiligungsmethoden

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an möglichen Beteiligungsmethoden, welche im G21-Prozess Anwendung finden können. Entdecken Sie Neues und/oder lassen Sie sich von den unterschiedlichen Ansätzen inspirieren und versuchen eventuell selbst in Ihrem Umfeld Beteiligung auszuprobieren. 

Wählen Sie mindestens eine Gruppengröße und einen Zeitaufwand aus. Falls ein Kriterium nicht wesentlich ist, dann wählen Sie bitte ALLE Möglichkeiten dieses Kriteriums aus. 

Gruppengröße: 
Zeitaufwand: 
Wie Das Aktions-Café ist eine Kombination von Welt-Café und Open Space (siehe Methode 3, Seite 7). Ähnlich wie beim Welt-Café sitzen die TeilnehmerInnen in kleinen Gruppen zu 3-4 Personen an Tischen. Wie beim Open Space können die TeilnehmerInnen die Themen, die sie diskutieren wollen, selbst einbringen und auswählen. Die Zahl der möglichen Themen ergibt sich aus der Zahl der verfügbaren Tische (Zahl der TeilnehmerInnen dividiert durch die Zahl der Personen an einem Tisch).
Die TeilnehmerInnen, die Themen eingebracht haben, setzen sich als Themen-PatInnen an „ihren“ Tisch, andere Interessierte setzen sich dazu. In der ersten Diskussionsrunde erläutert die/der „Themen-PatIn“ das Thema. Dann wird in der Kleingruppe hinterfragt, was genau hinter dem Thema steckt („Welche Frage steckt hinter dem Anliegen?“).
Nach etwa 20 min wechseln die TeilnehmerInnen die Tische, die Themen-PatInnen bleiben jedoch an ihrem Tisch. In der zweiten Diskussionsrunde diskutieren die neu zusammengesetzten Kleingruppen, was zum Thema noch zu ergänzen wäre („Was fehlt noch?“).
Nach weiteren 20 min werden die Tische wieder gewechselt (die/der Themen-PatIn bleibt weiter an ihrem/seinem Tisch) und es beginnt die dritte Diskussionsrunde. Nun überlegt die/der Themen-PatIn mit Unterstützung der TeilnehmerInnen, was zu ihrem/seinem Thema der nächste einfache („elegante“) Schritt wäre, um vom Reden ins Tun zu kommen.
Während der Gesprächsrunden werden die Erkenntnisse auf Flipchartpapier, das auf dem Tisch bereit liegt, festgehalten. In einer Abschlussrunde stellen die Themen-PatInnen die Ergebnisse kurz vor. Die anderen TeilnehmerInnen können reflektieren, was sie selbst aus den Tischgesprächen gelernt haben.
Wofür Für Gruppen, in denen viele TeilnehmerInnen bereits konkrete Aktionen setzen wollen und sich dafür die Unterstützung anderer holen wollen
Um sich von anderen TeilnehmerInnen zum eigenen Thema im informellen Rahmen beraten zu lassen
Ab 12 TeilnehmerInnen und auch in großen Gruppen möglich
Erreichbares Ergebnis Klarheit über die nächsten Umsetzungsschritte zu einem Vorhaben
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info https://www.youtube.com/watch?v=2sWHCLWYa8o
http://artofhosting.ning.com/video/example-at-work-pro-action-cafe
http://api.ning.com/files/HswlKok8307Z6w3ydZu1-HEE5X3iXqKEnP0kc8G0EpacPNDNndRJbHXjEvbvw0dKFC3GSE1nEz-qqmx0I3z4BAM3PD5eXJNV/101121TheProActionCafe2p.pdf
Angewandt in NÖ
Wie Charrette bedeutet auf Französisch „Wagen, Karren“. Diese Methode sieht vor, dass der Planungsprozess mit dem „Wagen“ in den öffentlichen Raum hinausgebracht wird. An etwa 5 aufeinander folgenden Tagen wird gemeinsam geplant.
Ein interdisziplinäres PlanerInnen-Team, beispielsweise aus Stadt-, Landschafts- und VerkehrsplanerInnen, bezieht ein offenes Büro im Planungsgebiet. Interessierte BürgerInnen können beim Planen zuschauen und ihre Ideen einbringen. In einem „Stundenplan“ sind die Arbeitsphasen der Fachleute (zum Beispiel Bestandsaufnahme, Entwurf, Abstimmung mit VerwaltungsmitarbeiterInnen, etc.) und öffentliche Veranstaltungen eingetragen. Dieser Zeitplan wird öffentlich ausgehängt. Meist wird tagsüber geplant und am Abend gibt es Zwischenpräsentationen für die BürgerInnen. Interessierte können die Entwürfe der Fachleute kommentieren. Die Kommentare können sofort in die nächste Arbeitsphase einfließen.
Wofür Um einen Planungsprozess zu einem kompakten, überschaubaren Thema öffentlich zu machen und BürgerInnen einzuladen, mit Fachleuten gemeinsam zu planen
Um in kurzer Zeit zu einem partizipativen Entwurf zu kommen
Erreichbares Ergebnis Planungsentwurf, in den BürgerInnen-Beiträge bereits eingeflossen sind, Details der Planung werden danach ausgearbeitet
Kosten Mittel bis hoch
Einsatzgebiet Lokal, für kleinräumige Planungsprozesse
Gruppengröße klein, mittel, groß
Zeitaufwand hoch
Mehr Info http://www.charrettecenter.net
http://www.fhwa.dot.gov/planning/public_involvement/publications/techniques/chapter02.cfm#b2
http://www.charrette.de/page/index.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Charrette
Wie Das Gemeinde-Planspiel ist ein Brettspiel für 4 bis 8 Personen. Ziel ist die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gemeinde, wobei zwei Varianten zur Wahl stehen, die Variante „wachsende Gemeinde“ oder die Variante „Gemeinde mit Abwanderung“.
Im Spiel schlüpfen die TeilnehmerInnen in unterschiedliche Rollen, zum Beispiel die Rolle der Bürgermeisterin, des Ortsplaners, der Bauamtsleiterin, von Jugendlichen oder älteren BürgerInnen oder eines Projektwerbers. Gemeinsam gestalten sie ihre Gemeinde am Spielbrett. Mit Knetmasse werden Gebäude, Straßen, Radwege, Erholungsgebiete und vieles mehr gebaut. Dazu wird diskutiert und über Veränderungen beraten.
Das Gemeinde-Planspiel kann auch von großen Gruppen an mehreren Spielbrettern gleichzeitig gespielt werden. Variante: Das Spiel kann auch mit realen Gemeindeplänen durchgeführt werden. Ergänzung zur Ernte der Ergebnisse: Am Ende des Spiels entwickeln die SpielerInnen gemeinsam einen Gemeindeslogan und vergeben Zukunftspunkte aus Perspektive der eingenommenen Rollen, um besonders zukunftsfähige Vorschläge herauszustreichen. Die SpielerInnen reflektieren gemeinsamen über ihre Erkenntnisse und halten diese schriftlich fest.
Wofür Um die räumliche Entwicklung der Gemeinde aus „Planungsperspektive“ spielerisch zu gestalten
Auch um in den Prozess zur Erstellung eines neuen örtlichen Entwicklungskonzeptes einzusteigen und um sich mit dem relativ abstrakten Thema „örtliche Raumordnung“ in konkreter und kreativer Art und Weise auseinanderzusetzen
Um Vorschläge für ein Neubaugebiet oder für die Nachnutzung eines freiwerdenden Geländes zu sammeln
Erreichbares Ergebnis Ideen für eine konkrete Planung, mehr Bewusstsein für die Rolle und Verantwortung anderer AkteurInnen
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße klein, mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info Das Gemeinde-Planspiel wurde in Anlehnung an das Spiel „Stadtspieler – Das Trainingsspiel für Stadtentwicklung und Kreativität“ entwickelt:
http://www.stadtspieler.com
Wie In Geschichten stecken Menschen, Gefühle und Erlebnisse. Deshalb können Erfahrungen mit Geschichten besonders eindrücklich übermittelt werden.
Eine oder mehrere GeschichtenerzählerInnen werden eingeladen, zu einem Thema oder einer bestimmten Frage eigene Erfahrungen zu berichten. Sie/er bekommt dafür etwa 30-45 Minuten Zeit.
Die TeilnehmerInnen werden vorher gebeten, auf bestimmte Aspekte der Erzählung zu achten, beispielsweise auf Schlüsselereignisse, auf Lerneffekte oder auf Anwendungsmöglichkeiten in der eigenen Gemeinde.
Im Anschluss werten die TeilnehmerInnen ihre Erkenntnisse in Kleingruppen aus und präsentieren sie in der Runde, wo gemeinsam Schlussfolgerungen gezogen und nächste Schritte vereinbart werden können.
Wofür Um Erfahrungen und Erlebnisse der BürgerInnen anderen zugänglich zu machen und daraus für die Gemeindeentwicklung zu lernen
Auch um von anderen Gemeinden zu lernen
Um die eigenen Erfahrungen an BürgerInnen, die in den Beteiligungsprozess einsteigen, weiterzugeben
Erreichbares Ergebnis Wissen über die Erfahrungen anderer, Erkenntnisse, die auf die eigene Gemeinde oder das eigene Handeln übertragen werden können
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße klein, mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info http://artofhosting.ning.com/group/collective-story-harvest
http://amandafenton.com/core-methods/what-is-the-collective-story-harvest/
Wie Ein originelles Fahrzeug, sei es ein Lastenfahrrad, ein bunt bemalter Pritschenwagen, ein alter Heuwagen oder ähnliches, hält an verschiedenen zentralen Stationen in der Gemeinde. Das kann vor der Schule, dem Tageszentrum, dem Rathaus, am Marktplatz oder vor der Kirche sein. Man wählt die Stationen am besten dort, wo sich die Zielgruppen, die man erreichen will, gerne aufhalten.
Bei jeder Station wird ein kleiner Stand aufgestellt, eventuell auch mit Informations-Roll-ups. BürgerInnen, die vorbei kommen, können sich zum Thema oder zu einer Frage informieren und Ideen einbringen. Sie kommen auch miteinander in Kontakt und in Diskussion. Bei Fragen zur Gemeindeplanung können die BürgerInnen ihre Ideen in einem Stadtplan oder einem Luftbild eintragen. Oder es werden Planungsentwürfe vorgestellt und Reaktionen dazu eingeholt. Wichtig ist dafür zu sorgen, dass die Beiträge der BürgerInnen auch festgehalten werden.
Kombinationsmöglichkeiten:
mit allem, was aufmerksam macht, z. B. Musik, Luftballons, Hüpf- und Balancespiele für die Kinder, StraßenkünstlerInnen, Angebote zum Fahrradcheck, etc. Das Ideenmobil kann auch auf Gemeindefesten zum Einsatz kommen.
Besondere Idee: In Simmering gab es einen Würstelwagen als Ideenmobil. Für jede Idee gab’s ein Paar Würstel. Die Aktion stand unter dem Motto: „Gib deinen Senf dazu!“
Wofür Um an verschiedenen Orten einer Gemeinde BürgerInnen „im Vorbeigehen“ zu beteiligen, auch um „Vielbeschäftigte“ zu erreichen, die keine Zeit haben, zu Beteiligungsveran-staltungen zu kommen
Um für ein Thema Aufmerksamkeit zu schaffen
Erreichbares Ergebnis Erste Ideen oder Stellungnahmen zu einem Thema, die BürgerInnen mit einander ins Gespräch bringen
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße groß
Zeitaufwand gering
Wie An einem zentralen Platz oder Wegekreuzungspunkt wird für einige Zeit eine Informations- und Ideenwand aufgestellt. Dies kann auch in Form einer Litfaßsäule passieren. Die Wand kann einerseits dazu genützt werden, Beteiligungsveranstaltungen anzukündigen. Andererseits können auch BürgerInnen über ihre Initiativen informieren und Gleichgesinnte für Arbeitsgruppen oder Umsetzungsaktionen suchen.
Um Ideen einzusammeln kann eine Ideenbox dazu angebracht sein. Wenn der Austausch und die gegenseitige Inspiration gefördert werden sollen, können Ideen auf Kärtchen geschrieben und angepinnt werden. Auch eine Variante mit Whiteboard ist denkbar.
Günstig ist ein regengeschützter Ort oder eine kleine Überdachung der Informations- und Ideenwand.
Die Informations- und Ideenwand kann auch als Treffpunkt für BürgerInnen-Veranstaltungen im Freien genutzt werden, beispielsweise als Ausgangspunkt für Gemeinde-Spaziergänge.
Wofür Um BürgerInnen niederschwellig zu informieren und Ideen zu bestimmten Themen einzusammeln
Erreichbares Ergebnis Information der BürgerInnen, Sammlung von Ideen
Kosten Gering bis mittel
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße groß
Zeitaufwand gering
Angewandt in NÖ Informations- und Ideenwand
Wie Das BürgerInnen-Café am Hauptplatz, ein Workshop im Park oder eine temporäre Spielstraße zur Diskussion von Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung. Um Beteiligungsprozesse in den öffentlichen Raum hinaus zu bringen, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist, zentrale Orte zu wählen, die mit dem Beteiligungsthema in Verbindung stehen. Optimal sind überdachte Orte. Wenn solche nicht zur Verfügung stehen, sollte ein alternativer Veranstaltungsraum reserviert werden, in den bei Schlechtwetter ausgewichen werden kann.
Die Beteiligungsformate im Freien sollten so gestalten werden, dass PassantInnen leicht einsteigen können – wenn möglich unterstützt durch eine Person, die neue TeilnehmerInnen willkommen heißt und kurz ins Thema einführt.
Wofür Um aufmerksam zu machen, auch um BürgerInnen, die sich vielleicht noch nicht eingebracht haben, zum Mitmachen zu bewegen
Erreichbares Ergebnis Aufmerksamkeit für das Thema und für die Beteiligungsmöglichkeiten
Kosten Gering bis mittel
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße groß
Zeitaufwand gering
Wie Ein Open Space wird zu einem Leit-Thema einberufen, zum Beispiel zur Zukunft einer Gemeinde. Innerhalb dieses Rahmens können die TeilnehmerInnen die Themen, die sie bearbeiten wollen, selbst wählen. Zu Beginn wird ein „Marktplatz“ eröffnet: alle können ihre Themenvorschläge, zu denen sie sich mit anderen austauschen wollen, einbringen. Jedem Thema werden ein Raum und eine Uhrzeit zugeordnet. Interessierte finden sich dann dort ein, um sich in die Diskussion zu vertiefen. Die Kleingruppen arbeiten eigenständig ohne ModeratorIn und fassen am Schluss ihrer Runde die Ergebnisse zusammen.
Die TeilnehmerInnen können auch während einer Diskussionsrunde die Gruppe wechseln. Ziel ist, dass sie genau dort beitragen, wo sie besonders motiviert sind. Eine Diskussionsrunde dauert etwa 1 Stunde. Zum Abschluss des Open Space werden die Erkenntnisse aller Kleingruppen im Plenum präsentiert.
Der Open Space setzt auf Selbstorganisation und absolute Freiwilligkeit. Damit sollen die Innovationskraft und die Kreativität der BürgerInnen unterstützt werden. Vorgegeben sind lediglich die Struktur und der Zeitplan, die Inhalte definieren die TeilnehmerInnen selbst. Die Methode eignet sich besonders für Gruppen, die schon Erfahrung mit BürgerInnenbeteiligung haben, und auch für Jugendliche, die selbstbestimmtes Arbeiten ohne strikte Vorgaben schätzen.
Wofür Um einen Beteiligungsprozess zu starten, Motivation zu schaffen und Themen beziehungsweise Arbeitsgruppen zu bilden, um in informeller Atmosphäre Gleichgesinnte zusammenzubringen, auch um BürgerInnen den Austausch mit Fachleuten zu ermöglichen
Um in großen Gruppen zu arbeiten, ein Open Space kann mit Hunderten TeilnehmerInnen durchgeführt werden
Erreichbares Ergebnis Vielfältige Erkenntnisse zu den selbst gewählten Themen, Vorschläge zu konkreten Maßnahmen, Motivation, weiter an den Themen zu arbeiten
Kosten Gering bis mittel
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße groß
Zeitaufwand gering, mittel, hoch
Mehr Info http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space
http://www.bpb.de/veranstaltungen/dokumentation/129187/impulskonferenz-open-space
Wie Die TeilnehmerInnen sitzen in Kleingruppen von etwa 5 Personen an Tischen. Jede/r hat ein „Platzdeckchen“ auf ihrem/seinem Platz (z. B. farbiger A4-Karton). Die/der ModeratorIn stellt eine Frage zum Thema, beispielsweise „Was macht für Sie die Lebensqualität in Ihrer Gemeinde aus?“ In einer ersten Runde (ca. 10 Minuten) schreibt jede/r für sich ihre/seine Gedanken auf das eigene Platzdeckchen. Danach stellen einander die TeilnehmerInnen der Kleingruppe ihre Ideen vor. Sichtweisen, die alle am Tisch teilen, werden auf ein gemeinsames Platzdeckchen oder auf Kärtchen notiert. Die gesammelten Gemeinsamkeiten werden im Plenum präsentiert.
Wofür Um aus individuellen Einzelmeinungen der BürgerInnen zusammengeführte Kleingruppenmeinungen zu entwickeln, gilt den TeilnehmerInnen Raum zuerst für sich Ideen zu entwickeln und dann in Diskussion mit den anderen Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten;
Besonders geeignet, um in ein Thema einzusteigen;
Ergänzung: Die 3 wichtigsten Gemeinsamkeiten jeder Kleingruppe können eingesammelt und auf Pinnwänden nach Themen gruppiert werden. In einer weiteren Runde können dann alle TeilnehmerInnen mit Klebepunkten ihre Prioritäten ausdrücken. So kann in relativ kurzer Zeit eine 2-malige Fokussierung auf die wichtigsten Punkte erreicht werden.
Erreichbares Ergebnis Sammlung von Gemeinsamkeiten in einer größeren Gruppe von BürgerInnen, funktioniert auch mit vielen TeilnehmerInnen
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info Die Methode kommt aus der Pädagogik
http://wikis.zum.de/zum/Placemat
Angewandt in NÖ
Wie Das Konsent-Prinzip ist eine Entscheidungstechnik. In einer Gruppe, die ein gemeinsames Ziel verfolgt, wird eine Entscheidung gesucht, gegen die kein Gruppenmitglied einen schwerwiegenden und begründeten Einwand hat. Das heißt, dass die Lösung in der „ok-Zone“ aller TeilnehmerInnen liegt. Das heißt nicht, dass alle TeilnehmerInnen einig sein müssen, also Konsens erreichen müssen (was in der Praxis oft schwierig und langwierig sein kann). Alle TeilnehmerInnen haben die gleichen Einflussmöglichkeiten.
Zuerst werden die relevanten Informationen zum Thema in der Gruppe geklärt. Danach äußern alle Gruppenmitglieder ihre Meinungen dazu. Dann folgt die Entscheidungsrunde: die/der ModeratorIn macht einen Lösungsvorschlag, der möglichst viele Aspekte aus der vorangegangen Diskussion berücksichtigt. Sie/er fragt, ob jemand aus der Gruppe einen schwerwiegenden Einwand dagegen hat. Wenn ja, wird die/der TeilnehmerIn ersucht, ihren/seinen Einwand zu begründen. Danach sucht die Gruppe einen neuen Lösungsvorschlag, der den Einwand berücksichtigt. So wird der Vorschlag verbessert. Zum adaptierten Vorschlag wird wieder nach schwerwiegenden Einwänden gefragt. Sollten keine schwerwiegenden Einwände mehr bestehen, ist die gemeinsame Lösung gefunden. Alle TeilnehmerInnen entscheiden individuell, ob sie ihre Einwände als schwerwiegend einstufen oder ob die Lösung im eigenen Toleranzbereich liegt, also „ob man damit leben kann“.
Wofür Um in kleinen Gruppen (bis ca. 10 Personen) Entscheidungen zu treffen, die von allen Gruppenmitgliedern akzeptiert werden
Achtung: ein/e TeilnehmerIn könnte durch das Beharren auf einem begründeten und schwerwiegenden Einwand Entscheidungen blockieren (das kann beim systemischen Konsensieren (siehe Methode "Systemisch konsensieren") nicht passieren)
Erreichbares Ergebnis Entscheidung, die im Toleranzbereich aller TeilnehmerInnen liegen, gegen die es also keine gravierenden Einwände mehr gibt
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße klein, mittel
Zeitaufwand gering
Mehr Info http://de.wikipedia.org/wiki/Soziokratie
www.soziokratie.org/
www.soziokratie.at
Wie Die TeilnehmerInnen sitzen oder stehen einander paarweise gegenüber, entweder in zwei Reihen oder in einem Innen- und einem Außenkreis. Die/der ModeratorIn stellt eine kurze, prägnante Frage, zu der sich die PartnerInnen kurz austauschen. Zu Beginn stellen sich die PartnerInnen vor. Danach spricht eine/r der PartnerInnen über ihre/seine Gedanken zum Thema. Nach circa 2-3 Minuten ist die/der andere PartnerIn am Wort. Nach etwa 5 Minuten schließt die/der ModeratorIn die erste Gesprächsrunde. Die TeilnehmerInnen bewegen sich weiter, zum Beispiel die Reihe an der Außenseite um zwei Plätze nach rechts und die Reihe an der Innenseite um einen Platz nach links. So entstehen neue Gesprächspaare, die sich erneut zur selben oder zu einer anderen Frage circa 5 Minuten lang austauschen. Je nach Thema können drei bis acht Gesprächsrunden durchgeführt werden. Bei ungerader TeilnehmerInnen-Zahl macht der/die Moderatorin mit.
Ergänzung zur „Ernte“ der Ergebnisse: Um die Ergebnisse festzuhalten, werden Kärtchen ausgeteilt. Nach jeder Runde schreiben die TeilnehmerInnen eine besondere Erkenntnis aus dem letzten Zweier-Gespräch auf ihr Kärtchen. Am Schluss können einige oder alle TeilnehmerInnen ihre wesentlichen Ergebnisse im Plenum vorstellen.
Variante mit noch mehr Bewegung: Die TeilnehmerInnen gehen ungeordnet im Raum umher. Auf ein Signal hin sucht sich jede/r eine PartnerIn. Die Zweier-Gespräche beginnen. Nach der Gesprächsrunde gehen die TeilnehmerInnen weiter, bis sie beim nächsten Signal wieder eine/n PartnerIn suchen und die Gespräche fortsetzen.
Wofür Um die TeilnehmerInnen in lockerer Atmosphäre miteinander bekannt zu machen und ins Gespräch zu bringen, um „mitgebrachten“ Meinungen Raum zu geben (zum „Dampfablassen“) und fürs Zuhören frei zu werden, um sich „warm zu reden“ und etwaige anfängliche Diskussionsblockaden zu überwinden;
Auch um Erwartungen auszutauschen oder Gemeinsamkeiten zu entdecken, intensiver Austausch mit vielen anderen TeilnehmerInnen wird möglich;
Die informelle Atmosphäre beim Speed dating erleichtert allen die Beteiligung.
Achtung: Der Lärmpegel ist zu beachten. Es braucht einen Raum, in dem sich die TeilnehmerInnen ungestört austauschen können, ohne andere Menschen zu stören.
Erreichbares Ergebnis Rascher, wenn auch oberflächlicher Austausch zum Thema, Aktivierung der TeilnehmerInnen durch den schnellen Wechsel der GesprächspartnerInnen und die Bewegung zwischendurch, alle kommen zu Wort und sind für den nächsten Programmpunkt „aufgewärmt“
Kosten Gering, Leitung kann mit etwas Erfahrung auch von der Gemeinde selbst übernommen werden
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info http://de.wikipedia.org/wiki/Karussellgespr%C3%A4ch
https://www.youtube.com/watch?v=nW1rorm-C2Y&feature=youtu.be
Angewandt in NÖ
Wie Das systemische Konsensieren ist eine Entscheidungstechnik. Ziel ist es, aus verschiedenen Möglichkeiten jene Lösung zu finden, die von einer Gruppe am weitesten akzeptiert wird.
Die Gruppe beginnt damit, Vorschläge für die Lösung einer Aufgabe zu entwickeln. Diese werden auf einem Flipchart notiert. Sobald keine neuen Vorschläge mehr gemacht werden, beginnen die TeilnehmerInnen mit der Bewertung der Vorschläge. Dazu vergibt jede/r TeilnehmerIn zu jedem Vorschlag sogenannte „Widerstandspunkte“, beispielsweise auf einer Skala von 0 bis 10. Eine hohe Punktezahl bedeutet, dass sie/er zum Vorschlag hohen Widerstand hat. Hat die/der TeilnehmerIn zu einem Vorschlag hingegen keinen Einwand, dieser also in der „ok-Zone“ liegt, dann gibt sie/er für diesen Vorschlag 0 Widerstandspunkte. Für jeden Vorschlag werden die vergebenen Punkte aller TeilnehmerInnen zusammengezählt. Der Vorschlag mit den wenigsten Widerstandspunkten ist dem Konsens der Gruppe am nächsten, er ist konsensiert.
Variante „Schnell-Konsensieren“: wenn in einer Gruppe zu mehreren Wahlmöglichkeiten (Machen wir A, B oder C?) schnell eine Entscheidung herbeigeführt werden soll. Die Möglichkeiten werden mit Handzeichen bewertet: kein Widerstand = keine Hand wird gehoben; geringer Widerstand = eine Hand wird gehoben; deutlicher Widerstand = beide Hände werden gehoben.
Wofür Um in Gruppen ohne „SiegerInnen und VerliererInnen“ (diese würde es bei Mehrheitsabstimmungen automatisch geben) Entscheidungen zu treffen, die möglichst viele Beteiligte mitgetragen, damit soll erreicht werden, dass Entscheidungen auch umgesetzt werden können und nicht am Widerstand der „Überstimmten“ scheitern
Auch für größere Gruppen einsetzbar
Achtung: selbst gegen konsensierte Lösungen, also Lösungen mit den geringsten Widerstandspunkten, könnten einzelne TeilnehmerInnen weiterhin Widerstand haben (das wird bei Entscheidungen mit dem Konsent-Prinzip (siehe Methode "Soziokratisch entscheiden nach dem Konsent-Prinzip") vermieden), daher können beide Methoden zumindest in kleinen Gruppen kombiniert werden: zuerst wird mit dem systemischen Konsensieren die Lösung mit der höchsten Akzeptanz gesucht, dann wird etwaiger Widerstand mit den Konsent-Prinzip ausgeräumt
Erreichbares Ergebnis Möglichst breit akzeptierte Entscheidungen
Kosten Gering
Einsatzgebiet Lokal
Gruppengröße klein, mittel, groß
Zeitaufwand gering
Mehr Info www.sk-prinzip.eu: auf dieser Webseite wird auch ein Programm zum online-Konsensieren angeboten
www.youtube.com/watch?v=A5As9tcy2dU
Wie Bei dieser Methode geht es darum, die positiven Aspekte, die in der Gemeinde bereits vorhanden sind und gut funktionieren, ins Blickfeld zu rücken – also wertschätzend zu erkunden. Darauf aufbauend werden Ziele und Maßnahmen entwickelt. Der Prozess besteht aus vier Phasen:
In Phase 1 tauschen sich die TeilnehmerInnen in 2er- oder 3er-Gruppen über ihre schönsten Erlebnisse, die sie mit der Gemeinde verbinden, aus, beispielsweise zur Frage, warum sie hier in dieser Gemeinde gerne leben. Es wird ergründet, warum bestimmte positive Entwicklungen oder Erfolge möglich waren.
In Phase 2 entwickeln die TeilnehmerInnen mit kreativen Methoden (Bilder, Collagen, Sketsches etc.) Visionen über die angestrebte Zukunft der Gemeinde. Vorstellungen vom Idealbild der Gemeinde entstehen.
In Phase 3 formulieren die TeilnehmerInnen aus den Visionen konkrete, realistische Ziele („Zukunftsbeschreibungen“) für die nächsten Jahre.
In Phase 4 planen die TeilnehmerInnen Maßnahmen, wie die Ziele erreicht werden können. Hier können sich bereits Arbeitsgruppen zur Umsetzung bilden.
Hinter der Methode steht die Annahme, dass sich die Gemeinde dorthin entwickelt, wohin die BürgerInnen ihre Aufmerksamkeit richten – in dem Fall auf das Positive.
Wofür Um zu Beginn eines Beteiligungsprozesses Energie für das gemeinsame Tun zu erzeugen
Um positive Stimmung und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit anzustoßen (wir können gemeinsam in unserer Gemeinde viel erreichen)
Um einen Kulturwandel zu initiieren: weg vom Jammern, hin zur Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Stärken der Gemeinde
Erreichbares Ergebnis Diese Methode hilft, eine positive Grundstimmung zu verbreiten und zu stärken. Es können Ziele und konkrete Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet werden. Es geht explizit nicht um eine Analyse der Probleme oder negativer Punkte.
Kosten Mittel bis hoch
Einsatzgebiet Lokal und kleinregional
Gruppengröße mittel, groß
Zeitaufwand mittel, hoch
Mehr Info http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/methodik-didaktik/62269/methodenkoffer-detailansicht?mid=271
http://appreciativeinquiry.case.edu/
http://www.buergergesellschaft.de/?id=103424
http://www.stadtteilarbeit.de/themen-bb/methoden-buergerbeteiligung/239-appreciative-inquiry.html

Legende:

"Gruppengröße"
:
Kleingruppe (bis 15 Persoen),
Mittlere Gruppe (15-30 Personen),
Großgruppe (ab 30 Personen)

"Zeitaufwand"
:
Gering (ein Abend / ein Nachmittag / ein halber Tag),
Mittel (ein Tag),
Hoch (mehrere Tage / eine Woche)

Kosten
:
Gering (bis ca. € 5.000,-),
Mittel (zw. € 5.000,- -10.000,-),
Hoch (ab € 10.000,-)

Einsatzgebiet
:
lokal (in der Gemeinde oder einem Ortsteil),
kleinregional (in der Kleinregion)

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